Geographische Lage
Geschichte der Stadtteile bis zur Neuorganisation durch die Franzosen nach 1794
Die Besiedlung von Idar kann bis in früheste Zeit durch Bodenfunde nachgewiesen werden. Der Ort Idar rechts des Idarbaches gehörte mit den Orten Enzweiler, Algenrodt, Mackenrodt, Hettenrodt, Hettstein, Obertiefenbach und Kirschweiler zum Idarbann. Das Gebiet gehörte überwiegend den Herren von Oberstein und teilt damit die Geschichte mit Oberstein, doch hatten insbesondere in Tiefenbach und Kirschweiler die Wild- und Rheingrafen sowie die Abtei Tholey Güter und sonstige Rechte. Der Ort Tiefenstein entstand aus der Zusammenlegung der Orte Tiefenbach und Hettstein im Jahre 1909. Die Territorialgeschichte der Idarbann-Gemeinde entspricht der von Idar und Oberstein. Tiefenbach wird in einer Urkunde von 1283 als Hof erwähnt; eine Erwähnung von 1051 kann nicht sicher dem Ort zugeordnet werden. Hettstein wurde 1321 als Henzestein bzw. Hezerten erwähnt und hatte u. a. wildgräfliche Untertanen als Bewohner. Das Dorf Algenrodt wird erstmals sicher in einer obersteinischen Lehensurkunde von 1321 als Alekenrod erwähnt. 1324 wurde es von den Herren von Oberstein an die Kyrburger Wild- und Rheingrafen verpfändet. Im Übrigen teilt Algenrodt die Geschichte mit den anderen Idarbann-Gemeinden. Enzweiler kann Siedlungsspuren bis in römische Zeit nachweisen. 1276 besaß die Abtei Tholey eine Mühle bei Enzweiler. Der Ort selbst ist wohl im 14. Jahrhundert entstanden und war stets Teil des Idarbannes. Der nördlich der Nahe terrassenförmig auf einem steil zur Nahe abfallenden Gelände gelegene Ort Georg-Weierbach geht wahrscheinlich auf eine Kirchengründung des Mainzer Erzbischofes Hatto im 10. Jahrhundert zurück. 1155 wird der Ort im Zusammenhang mit den Herren von Wirebach (= Weierbach) erwähnt. 1327 wurde der Ort, der kurzzeitig im Besitz der Herren von Randeck war, größtenteils an die Wild- und Rheingrafen verkauft und dem Amt Kyrburg zugeordnet. Die Bezeichnung Georg-Weierbach entstammt dem Patrozinium der Kirche. Das 1271 erstmals urkundlich erwähnte Göttschied gehörte gemeinsam mit Regulshausen, Gerach und Hintertiefenbach zur Abtei Mettlach („Abteidörfer“). 1561 wurden diese Dörfer an die Hintere Grafschaft Sponheim verkauft. Hamerzwiller (= Hammerstein) wird 1438 im Gültbuch der Grafschaft Sponheim erwähnt und befand sich bereits 1269 in hintersponheimischem Besitz, als es als Lehen an den Grafen von Schwarzenberg gegeben wurde. Als Ursprung des Ortes Kirchenbollenbach wird eine Kirchengründung des Mainzer Erzbischofs Williges nach 975 angesehen. Erstmals urkundlich nachweisbar ist der Ort 1128 unter dem Namen „Bolinbach“. Zunächst als Lehen der Herren von Schwarzenberg von den Grafen von Zweibrücken belegt kam der Ort 1595 an die Kirner Wild- und Rheingrafen. Als eine regionale Besonderheit ist hier zu nennen, dass im weiteren Verlauf eine katholische Seitenlinie der überwiegend protestantischen Rheingrafen unter dem Fürsten Johann Dominik von Salm-Kyrburg in Kirchenbollenbach das Simultaneum einführte und eine neue (katholische) Pfarrei gründete. Als Grundstein des Ortes Mittelbollenbach gilt der 1283 als Besitz der Herren von Oberstein im Bereich des Waldgebietes Winterhauch erwähnte Hof Bollenbach. 1432 wurden die Herzöge von Lothringen mit Nah- und Mittelbollenbach belehnt, was nach dem Erlöschen der Obersteiner Linie wegen der komplizierten Erbfolge zu erbitterten Auseinandersetzungen führte. Erst im Jahre 1778 kam es zum Verzicht der Lothringer zu Gunsten von Kurtrier. Bis 1667 entspricht die Geschichte Nahbollenbachs der von Mittelbollenbach. Dann wurde Nahbollenbach von Lothringen als Allodialbesitz von Oberstein anerkannt, verblieb aber seit 1682 als kurtrierisches Lehen bei der Herrschaft. Das Abteidorf Regulshausen gehörte zur Abtei Mettlach und wurde 1561 von dieser an die Hintere Grafschaft Sponheim verkauft. Die älteste urkundliche Erwähnung ist aus dem Jahre 1491. Als „Weygherbach“ ist Weierbach 1232 erstmals erwähnt und gehörte zum vordersponheimischen Amt Naumburg. Die späteren Besitzer der Vorderen Grafschaft Sponheim waren die Markgrafen von Baden, wodurch der Ort auch unter dem Namen Baden-Weierbach bekannt wurde. Die häufig benutzte Bezeichnung Martin-Weierbach entstammt dem Patrozinium der Kirche. Von Frankreich über Oldenburg nach Preußen Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft wurde der Raum erneut neu strukturiert. Auf der Grundlage des Artikels 25 der Schlussakte zum Wiener Kongress kam der Nordteil des Département de la Sarre im Juni Die südlich der Nahe gelegenen Orte Hammerstein, Kirchenbollenbach, Mittelbollenbach, Nahbollenbach und Martin-Weierbach kamen daher 1816 an das Fürstentum Lichtenberg der Herzöge von Sachsen-Coburg und Gotha. Die Coburger Herzöge waren mit diesem Zugewinn nicht zufrieden, wie auch die Einwohner des Fürstentum Lichtenberg mit den Coburgern unzufrieden waren. Das Gebiet wurde 1834 für zwei Millionen Taler an Preußen verkauft und in den Restkreis St. Wendel eingegliedert. Die Preußen wurden ebenfalls nicht geliebt, weil sie teils mit Idar, Oberstein, Tiefenstein, Algenrodt, Enzweiler, Georg-Weierbach, Göttschied, Enzweiler und Regulshausen wurden am 16. April 1817 Teil des neu geschaffenen oldenburgischen Fürstentum Birkenfeld im Amt Oberstein mit den Bürgermeistereien Herrstein, Oberstein und Fischbach. Die französische Gesetzgebung blieb bestehen, doch erließ der Herzog ein Staatsgrundgesetz, womit die Bevölkerung nicht einverstanden war weil sie lieber bei Preußen geblieben wäre. Diese Fortsetzung der deutschen Kleinstaaterei wurde insbesondere in Idar und Oberstein sehr kritisch gesehen im Gegensatz zu dem nun zur Residenzstadt aufgestiegenen Birkenfeld. Die seinerzeit schon überregional bis international ausgerichtete Schmuckindustrie und die bei aller Provinzialität doch weltläufigen Edelsteinhändler empfanden dieses, zumal nach der jahrelangen Zugehörigkeit zur Grande Nation mit ihrer mondänen Metropole Paris und den dort getätigten guten Geschäften, als Rückschritt und forderten z. T. energisch, aber erfolglos, den erneuten Anschluss an Preußen. Dennoch konnten sich die Oldenburger rasch bei der Bevölkerung beliebt machen, weil sie eine uneigennützige Verwaltung installierten, die unabhängige Rechtsprechung sicherstellten und vielfältige Aktivitäten zu Gunsten der Bauern und der Wirtschaft einleiteten. Ein geordnetes Schulsystem (1830 wurde in Oberstein eine Bürgerschule eingerichtet) und der vorübergehende Verzicht auf die Aushebung für den Militärdienst unterstützten dieses positive Bild. Es wurden Straßen ausgebaut und eine Fahrpost eingerichtet. Der Bau der Nahe-Eisenbahn und die Inbetriebnahme der Strecke von Bad Kreuznach nach Oberstein am 15. Dezember 1859 führte zu einem weiteren wirtschaftlichen Aufschwung. Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges verzichtete der Oldenburgische Großherzog Friedrich August auf seinen Thron. Aus dem Fürstentum Birkenfeld wurde der Landesteil Birkenfeld des Freistaates Oldenburg. Der Landesteil Birkenfeld wurde am 4. Dezember 1918 wie das gesamte Rheinland von französischen Truppen besetzt, die erst zum 30. Juni 1930 wieder abzogen. Bei den Oldenburger Landtagswahlen im Jahre 1931 erreichte die NSDAP über 37 Prozent der abgegebenen Stimmen, konnte jedoch noch nicht die Regierung bilden. Nachdem die NSDAP zunächst eine Toleranzerklärung für die bestehende Regierung abgegeben hatte, forderte sie bald die Auflösung des Landtages. Da dieser die Auflösung verweigerte strengten die Nazis ein Volksbegehren an, das zu einem Volksentscheid führte mit dem am 17. April 1932 der oldenburgische Landtag aufgelöst wurde. Es kam damit zu einer noch weitgehend freien Neuwahl zum Oldenburger Landtag am 20. Mai 1932, die mit einem Gesamtstimmenanteil von 48,38 Prozent zu einem überwältigendem Sieg der NSDAP führte, die damit 24 von 46 Sitzen erlangte. In der damals noch selbständigen Stadt Idar erreichten die Nationalsozialisten über 70 Prozent der abgegebenen Stimmen. Damit konnten sie bereits vor der offiziellen Machtübernahme im Deutschen Reich im Oldenburgischen mit Billigung der Deutschnationalen Volkspartei, die über zwei Sitze verfügte, regieren. Eine der ersten Initiativen der neuen Machthaber war der Erlass einer Verwaltungsreform für das Land Oldenburg, dem am 27. April 1933 das ähnliche Gesetz zur Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung für den Landesteil Birkenfeld folgte. Damit wurden insgesamt 18 ehemals selbständige Orte zusammengelegt, so auch die bis dahin selbständigen Städte (Stadtrechte seit 1865) Idar und Oberstein mit den Gemeinden Algenrodt und Tiefenstein zur neuen Stadt Idar-Oberstein. Das Gesetz ließ das Kommende ahnen: Es wurde innerhalb weniger Wochen ohne weitere Diskussion oder Beteiligung, unter Ausschluss der Öffentlichkeit und auch gegen den Willen der nicht gefragten Gemeinden – wie etwa Herrstein und Oberwörresbach, Rötsweiler und Nockenthal, Hoppstädten und Weiersbach – durchgesetzt. Die Umstrukturierung gab auch Gelegenheit, unliebsames „Altpersonal“ los zu werden; die Nazis unter dem Kreisleiter Wild aus Idar besetzten bis zum Ende des Nazireiches alle wesentlichen öffentlichen Positionen. 1937 wurde auf der Grundlage des Groß-Hamburg-Gesetzes der Oldenburgische Landesteil Birkenfeld aufgelöst und alle Gemeinden der heutigen Stadt Idar-Oberstein gemeinsam in den preußischen Landkreis Birkenfeld überführt. Nach dem 2. Weltkrieg ging das gesamte heutige Stadtgebiet im rheinland-pfälzischen Landkreis Birkenfeld auf. Sonstiges Aus dem Stadtteil Weierbach stammt Juliana Blasius (1781–1851), die Geliebte des Schinderhannes, der in Mainz hingerichtet wurde. Das „Julchen“ trat seit seiner Kindheit zusammen mit seinem Vater und seiner älteren Schwester Margarethe als Bänkelsängerin und Geigenspielerin auf Märkten und Kirchweihen auf. Zu Ostern 1800 sah der Schinderhannes das „Julchen“ erstmals auf dem Wickenhof bei Kirn, wo die 19-Jährige zum Tanz aufspielte. Aus der Verbindung des „Julchen“ mit dem Schinderhannes gingen eine Tochter und 1802 der Sohn Franz Wilhelm hervor. Nach dem Tod des Schinderhannes heiratete das „Julchen“ zunächst einen Gendarmen, mit dem es sieben Kinder zeugte, und nach dessen Tod einen Viehhirten und Tagelöhner.[4] Im 18. Jahrhundert ließen die Edelsteinfunde im Hunsrück nach, und der Bevölkerung ging es nicht gut. Viele zogen aus, um in der Fremde ihr Glück zu finden. Einige verschlug es bis nach Brasilien. Dort konnten die Edelsteine im Tagebau gefördert oder in Flüssen und Bächen gefunden werden. Die bei den Einheimischen verbreitete Tradition der Zubereitung von Fleisch auf dem offenen Feuer (Churrasco) wurde von den Einwanderern übernommen und mit den Edelsteintransporten in die alte Heimat übermittelt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wanderten viele Menschen von Hungersnöten getrieben nach Südamerika aus. Im Jahre 1827 entdeckten Auswanderer aus Idar-Oberstein in Rio Grande do Sul/Brasilien die wichtigsten Achatvorkommen der Erde. Schon 1834 erreichte Idar-Oberstein die erste Lieferung aus Rio Grande do Sul. Die brasilianischen Achate zeichneten sich – im Gegensatz zu den Idar-Obersteiner Achaten – durch besonders gleichmäßige Lagen aus. Deshalb eigneten sie sich gut für die Gravur von Gemmen. Museen Das Museum Idar-Oberstein im Stadtteil Oberstein liegt direkt unterhalb der berühmten Felsenkirche und beschäftigt sich ebenfalls mit der Idar-Obersteiner Schmuckindustrie und der Edelsteinbearbeitung, speziell der Achatschleiferei. Auf vier Ausstellungsebenen, die thematisch geordnet sind, werden dem Besucher eine Vielzahl von Exponaten gezeigt. Besondere Beachtung finden auch die vielen Nachbildungen berühmter Edelsteine, die auf eindrucksvolle Weise präsentiert werden. Einblicke in die Produktion von Art Deko-Schmuck, wie er um die Jahrhundertwende gefertigt wurde, bietet das ganzjährig geöffnete Industriemuseum Jakob Bengel. In den Edelsteinminen Steinkaulenberg, der einzigen für Besucher zugänglichen Edelsteinmine Europas, und der Historischen Weiherschleife kann man einiges über Schmuckverarbeitung und die Geschichte Idar-Obersteins erfahren. Mittelalterliche Bauten Nach jetzigem Kenntnisstand war diese Burg die erste Wehranlage der Herren von Stein und Zufluchtsstätte für die Bewohner der Siedlung darunter, die in der großen Naturhöhle des „oberen Steins“ (Felsen) an der Nahe errichtet wurde. (Daraus entstand der Name Oberstein.) Diese „Burg im Loch“ war die einzige Höhlenburg an der oberen Nahe. Die Felsenkirche ist heute für Besucher durch einen in der Neuzeit angelegten Felstunnel zugänglich.
Etwas oberhalb, wenig von der Burg Bosselstein entfernt, entstand um 1325 die dritte Burg, das heutige Schloss Oberstein. Es war bis 1624 die Residenz der Grafen von Daun-Oberstein. 1855 brannte es ab. In den Jahren 1926-1956 wurde das Schloss als Jugendherberge genutzt, danach diente ein Raum als Gaststätte.
Naheüberbauung Kulinarische Spezialitäten
Beim häufiger konsumierten Idarer Spießbraten wird das Fleisch – original ist Hochrippe, heute oft auch Roastbeef oder Schweinenacken – am Tag vor der Zubereitung in rohen Zwiebeln, Salz und Pfeffer eingelegt. Die Zwiebeln werden gerne während der Zubereitung des Fleisches roh am Feuer zu einem Bier gegessen. Die Einheimischen verwenden bevorzugt Buchenholz, um den traditionellen Geschmack zu vollenden. Die Spießbraten-Varianten sind auch Gegenstand des heimlichen Wahlspruchs der Stadt, der von einer gönnerhaften Weltläufigkeit zeugt: „Rossbeff fa die Irader, Kamm fa die Uwersteener und Brot für die
Schaales
Natürliche Edelsteinvorkommen
Seit 1938 ist die Stadt Idar-Oberstein Garnisonstadt. Während des 19. und 20. Jahrhunderts waren wechselnd französische und deutsche Soldaten hier stationiert. Mit dem Einzug der Wehrmacht wurden neue Kasernen errichtet. Die Kaserne, in der nach dem 2. Weltkrieg die amerikanischen Soldaten stationiert waren, nennt sich Straßburgkaserne, die andere Klotzbergkaserne, in der die französischen Truppen stationiert wurden. Nach 1956 wurde die Klotzbergkaserne von der Bundeswehr übernommen, die dort die deutsche Artillerieschule einrichtete, welche für das Heer als zentrale Ausbildungsstätte diente. Ende der 1960er Jahre wurde eine dritte Kaserne errichtet, die Rilchenbergkaserne, in der später die Artillerieschule untergebracht wurde. Dort absolvierten bis heute Tausende ihre militärische Aus- und Fortbildung. Im September 2003 wurden neue Internatsgebäude sowie neue Lehrsäle eingeweiht, so dass die heutige Artillerieschule sowohl über eine zeitgemäße Unterkunftkapazität als auch über ein modern ausgestattetes Ausbildungszentrum verfügt. Inbegriffen sind neue Audio-, Video- und Simulationstechniken. Bis zum 31. März 2003 war in der Klotzbergkaserne die älteste Artillerieeinheit der Bundeswehr, das Beobachtungspanzerartillerielehrbataillon 51, stationiert, wurde dann aber im Zuge der Bundeswehrreform aufgelöst und als Nachfolgenutzung ein Sprachausbildungszentrum für Offizieranwärter eingerichtet. Hintergedanke waren die zunehmenden Auslandseinsätze der Bundeswehr. Für die in Idar-Oberstein und Umgebung heimischen Betriebe stellt die Bundeswehr als Arbeitgeber und Auftragsgeber einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Seit 1988 besteht eine Patenschaft zwischen der Stadt Idar-Oberstein und der Artillerieschule, im Jahr 1998 beschloss der Stadtrat die Anbringung eines zusätzlichen Ortsschildes mit der Aufschrift „Hauptstadt der deutschen Artillerie“. Nach kritischen Einwänden aus der Wirtschaft, u. a. der örtlichen Industrie- und Handelskammer, und der Bevölkerung wurde auf die Anbringung der Schilder verzichtet.[5] 2006 wurde das Offizieranwärterbataillon Idar-Oberstein aufgestellt. Quelle: http://de.wikipedia.org
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Stadtteile
Der Stadtteil Oberstein entwickelte sich aus der reichsunmittelbaren Herrschaft Oberstein. Die Herren vom Stein, erstmals 1075 erwähnt, hatten ihren Sitz auf der Burg Bosselstein oberhalb der später errichteten Felsenkirche, die bereits im 12. Jahrhundert erwähnt wird und als Altes Schloss bekannt ist. Der Kernbereich der Herrschaft wurde begrenzt durch die Nahe, den Idarbach, die Göttenbach und die Ringelbach. Nach 1323 nannten sich die Herren vom Stein „von Daun-Oberstein“ und konnten ihren Machtbereich erheblich, auch auf Gebiete südlich der Nahe und den Idarbann, ausdehnen. Als Herrschaftssitz mit der Burg und den Befestigungen – Reste der um 1410 angelegten Stadtmauer sind heute noch „Im Gebück“ sichtbar – konnte Oberstein einen städtischen Charakter entwickeln, ohne jedoch
Neuorganisation der territorialen (und sozialen) Struktur herbei. Der gesamte Raum gehörte zum Arrondissement Birkenfeld im Département de la Sarre und war zeitweilig französisches Staatsgebiet. Die Einführung des Code civil, eine Justizreform und ganz besonders die Abschaffung von Adel und Klerus mit dem damit verbundenen Wegfall von
1815 zunächst an Preußen. Da sich Preußen im Pariser Frieden von 1815 verpflichtet hatte, aus diesem Gebiet einen Bereich mit zusammen 69 000 Einwohnern an den Herzog zu Sachsen-Coburg und Gotha (20 000 Seelen), den Herzog von Oldenburg (20 000 Seelen) und andere kleine Fürsten abzugeben und dieses im Artikel 49[2] der Schlussakte zum Wiener Kongress festgelegt wurde, kam es zu einer weiteren Aufteilung der Region.
militärischer Macht die eigene Ordnung durchsetzten. Man trug ihnen nach, dass sie u. a. auf coburgischen Hilferuf zum Hambacher Fest im Mai 1832 eine Protestkundgebung in St. Wendel, wo auch in napoleonischer Tradition ein Freiheitsbaum gesetzt wurde, mit militärischer Gewalt beendeten.
Daun-Oberstein (um 1415–1501), der 1482 auf den Fundamenten der „Burg im Loch“ die heute protestantische Kirche erbaute.
Über dem kleinen Gotteshaus erhebt sich auf dem Felsbuckel (Bossel) die Burg Bosselstein, die seit 1600 aufgelassen wurde. Von ihr stehen lediglich noch ein Turmstumpf und einige Mauerreste. Im Mittelalter war sie eine schwer einnehmbare Burg mit ihrem Vorwerk, den zwei Halsgräben sowie ihren beiden Vorburgen.
aus, mit dem Thema Naheüberbauung – Ja oder Nein?. Das Bauwerk sollte der Entlastung des innerstädtischen Durchgangsverkehrs auf der B 41 dienen, die bis dato noch durch die heutige, sehr enge Fußgängerzone – mitten durch die Altstadt – verlief. Erst im Jahre 1980 begannen die Bauarbeiten. Insgesamt fünf Jahre dauerte es bis zur Fertigstellung der Nahehochstraße. Die Nahe wurde dabei in einen 2 km langen Flusstunnel gefasst. Ein Fachwerkhaus in der Nähe, das Sachsenhaus, wurde abgerissen und in nummerierten Einzelteilen eingelagert; der beabsichtigte Wiederaufbau ist auf unbestimmte Zeit verschoben. 1986 wurde die Naheüberbauung für den Verkehr freigegeben. Zum 20. Jubiläum wurde im Stadthaus Idar-Oberstein eine Ausstellung mit Fotogalerien über Planung, Bauzeit bis zur Fertigstellung ins Leben gerufen.
Art Schwenkbraten, während Obersteiner Spießbraten ein
Welt“.
Seit 1938 ist die Stadt Idar-Oberstein Garnisonstadt. Während des 19. und 20. Jahrhunderts waren wechselnd französische und deutsche Soldaten hier stationiert. Mit dem Einzug der Wehrmacht wurden neue Kasernen errichtet. Die Kaserne, in der nach dem 2. Weltkrieg die amerikanischen Soldaten stationiert waren, nennt sich Straßburgkaserne, die andere Klotzbergkaserne, in der die französischen Truppen stationiert wurden. Nach 1956 wurde die Klotzbergkaserne von der Bundeswehr übernommen, die dort die deutsche Artillerieschule einrichtete, welche für das Heer als zentrale Ausbildungsstätte diente.